Münsteraner Ärzteverbund informiert zu KI-Anwendungen, Praxissoftware und digitaler Sichtbarkeit im Praxisalltag – aus der Praxis für die Praxis.
(Münster, September 2026) Am 2. September 2026 lud Medis Münster zum Fachkongress „Die Praxis der Zukunft“ ins Factory Hotel Münster ein. Rund 35 Praxen und 50 Gäste folgten der Einladung – und erlebten einen Nachmittag, der wichtige Impulse zum Thema KI und Digitalisierung im Praxisalltag gab.
Impulsgeber aus dem eigenen Berufsalltag
Medis Münster ist der Dachverband der Praxisnetze Hausärzteverbund Münster und Facharztinitiative Münster. Über 130 Mitgliedspraxen nahezu aller Fachrichtungen gehören dazu. Die Idee zum Kongress entstand aus dem Alltag: Viele Praxen begegnen dem Thema KI mit echtem Interesse, verfügen aber über wenig Zeit und kaum verlässliche Erfahrungswerte von Kolleginnen und Kollegen.
Dr. Ralf Becker, Vorstandsmitglied bei Medis Münster und Internist der Praxis Kiepenkerl, eröffnete den Kongress mit einem Appell aus der eigenen Erfahrung: Er kenne die Verdichtung des Praxisalltags aus erster Hand – und sei überzeugt, dass KI-gestützte Werkzeuge dort konkrete Entlastung bringen können, wo sie sinnvoll eingesetzt werden. Gleichzeitig dankte er Sven Wienkamp von der Numera GmbH, der den Kongress als Hauptsponsor unterstützte: Wienkamp hatte nicht nur sein Unternehmen als IT-Partner eingebracht, sondern auch das Sponsoren-Netzwerk, um einen Nachmittag auf diesem fachlichen Niveau zu ermöglichen.
Wo Münsteraner Praxen beim Thema KI stehen
Eine interaktive Umfrage zu Beginn des Vortrags zeichnete ein differenziertes Bild des Ist-Stands: Die meisten Teilnehmenden nutzen bereits einzelne KI-gestützte Tools – vor allem für Recherche, Terminvergabe und Patientenkommunikation. Gleichzeitig gab rund die Hälfte an, bislang noch kein entsprechendes Tool einzusetzen, aber offen dafür zu sein. Kein einziger Teilnehmer sah keinen Bedarf.
Dr. Winfried Keuthage und Ökotrophologin Anastasia Tarassenko stellten aus ihrer Schwerpunktpraxis für Diabetes und Ernährungsmedizin konkrete Anwendungsfelder vor. Im Mittelpunkt stand eine Live-Vorführung eines KI-Telefonassistenten, der eingehende Anrufe automatisiert verarbeitet und das Praxisteam entlastet. Ergänzt wurde der Vortrag durch einen Erfahrungsbericht zur digitalen Datenerfassung mit entsprechender Software.
Zwischen Effizienzgewinn und regulatorischer Verantwortung
Dr. med. Peter Münster, Hausarzt mit Schwerpunkten in manueller Therapie, Sport- und Ernährungsmedizin, widmete sich den Voraussetzungen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz in der Praxis. Dabei grenzte er klar ab: Organisationstools, die Routineaufgaben wie Terminvergabe oder Kommunikation unterstützen, stehen in einer anderen Risikokategorie als Hochrisiko-KI-Systeme, die Vorschläge zu Therapie und Medikation machen. Eine Live-Vorführung eines KI-Assistenten beim Anamnesegespräch mit direkter Übergabe an das Praxisverwaltungssystem veranschaulichte, was heute bereits technisch möglich ist.
Digitale Sichtbarkeit: Patienten suchen anders als früher
Prof. Dr. Jonas Polfuß, Professor für Marketing an der IU Internationale Hochschule aus Essen, zeigte auf, wie sich das Suchverhalten von Patienten gegenwärtig verändert: Neben klassischen Suchmaschinen gewinnen KI-Systeme wie ChatGPT, Claude oder Perplexity als Informationsquelle an Bedeutung. Praxen, die in diesen Systemen nicht präsent sind, verlieren Reichweite, ohne es zwingend zu bemerken. Konkrete Empfehlungen, wie Praxiswebseiten besser bei Google, ChatGPT & Co. gefunden werden und wie gezielte Online-PR dabei unterstützen kann, rundeten den Vortrag ab.
Austausch zwischen Praxen, Experten und Softwareanbietern
Beim Imbiss im Anschluss nutzten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit zum direkten Gespräch mit Referenten und Sponsoren. Als IT-Dienstleister und Hauptsponsor war die Numera GmbH vertreten – das führende Systemhaus für Arztpraxen und MVZ in Münster und offizieller T2med-Partner. Die Regenreich KG, Münsters erste Adresse für digitale Sichtbarkeit auf Google und in KI-Recherchen, war als Digitalagentur und Kooperationspartner dabei. Auf der Seite der Softwarehersteller präsentierten sich T2med aus Kiel mit ihrem Praxisverwaltungssystem, PraxisConcierge aus Stuttgart mit ihrem KI-Telefonassistenten, Simpleprax aus München mit ihrer Lösung für die digitale Anamnese sowie Noteless aus Oslo mit einem System zur KI-gestützten Gesprächs- und Behandlungsdokumentation.
Über Medis Münster
Medis Münster vertritt als Dachverband der Praxisnetze Hausärzteverbund Münster und Facharztinitiative Münster die Interessen von über 130 Arztpraxen nahezu aller Fachrichtungen in der Region. Ziel des Verbunds ist eine gut koordinierte, sektorenübergreifende ambulante Versorgung – und die Stärkung der niedergelassenen Medizin in Münster.
Medis Münster ist der gemeinsame Dachverband der Praxisnetze Hausärzteverbund Münster und Facharztinitiative Münster. Über 130 Praxen nahezu aller medizinischen Fachrichtungen in Münster sind Mitglied. Medis vernetzt Haus- und Facharztpraxen in der gesamten Region und setzt sich für eine zukunftsfähige, gut koordinierte ambulante Versorgung ein.
Kontakt
Medis Münster GbR
Dr. med. Ralf Becker
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