Gastbeitrag: von Agatha Erken, Senior Consultant – Analytics & AI bei Skaylink
Künstliche Intelligenz (KI) transformiert zahlreiche Branchen durch die Automatisierung von Prozessen, die Verbesserung der Datenanalyse und die Schaffung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Unternehmen setzen KI ein, um Betriebskosten zu senken, Kundenerfahrungen zu optimieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Als treibende Kraft für Innovation und Effizienz bietet sie beträchtliche Vorteile, bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Viele dieser Herausforderungen drehen sich darum, dass die KI-Algorithmen oft eine Blackbox darstellen.
Die besondere Schwierigkeit an dieser ,,Blackbox”-Problematik liegt darin, dass KI-Modelle, speziell solche, die auf maschinellem Lernen basieren, hochkomplex und undurchsichtig sein können. Dadurch können Anwender:innen ihre Entscheidungsprozesse schwer nachvollziehen. Was bedeuten kann, dass falsche oder verzerrte Ergebnisse nicht auffallen. Dadurch und durch die fehlende Nachvollziehbarkeit kann die Intransparenz zu einem Vertrauensverlust führen, weil Anwender:innen und involvierte Interessengruppen nicht genau wissen, wie Ergebnisse zustande kommen. Transparenz ist daher entscheidend, um Vertrauen in KI-Systeme zu etablieren und deren Akzeptanz zu fördern. Wenn Daten der Treibstoff einer KI sind, dann ist Intransparenz die Treibstoffverschmutzung, die den Motor zum Stottern bringt.
Wie Unternehmen ihren KI-„Treibstoff“ sauberhalten
Eine Lösung zur Bewältigung der Blackbox-Problematik stellt der „Human-in-the-Loop“-Ansatz dar. Dabei werden menschliche Expert:innen in den Entscheidungsprozess der KI eingebunden, um die Ergebnisse zu überwachen und zu validieren. Dieser Ansatz kann helfen, Verzerrungen und Diskriminierung zu vermeiden, indem er sicherstellt, dass ethische Überlegungen und menschliches Urteilsvermögen berücksichtigt werden. Durch diese Kombination aus menschlicher Expertise und maschineller Effizienz können Unternehmen ethische Standards wahren, wenn sie KI nutzen.
Unternehmen können noch weitere Schritte einleiten, um Transparenz, Rechenschaftspflicht und Fairness in ihren KI-Anwendungen zu verankern. Dazu gehören:
- Erklärung und Dokumentation: Die KI-Modelle, ihr Training und ihre Entscheidungsprozesse sollten klar dokumentiert und verständlich erklärt werden. Diese Informationen legen die Basis dafür, dass Menschen später das Ergebnis des Modells nachvollziehen können.
- Bias-Überprüfung: Beim maschinellen Lernen versucht eine KI, Muster in einer großen Menge an Trainingsdaten zu erkennen. Dabei kennt der Algorithmus kein ethisches Richtig oder Falsch. Deshalb sollten die Ergebnisse regelmäßig auf Verzerrungen oder Diskriminierung geprüft werden, um falsch erkannte Muster oder verzerrte Trainingsdaten zu erkennen und auszugleichen.
- Kontinuierliche Schulung: Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter:innen bei einem verantwortungsvollen Umgang mit KI-Tools unterstützen. Zur Unterstützung zählen zum Beispiel Schulungen, welche Anforderungen sie erfüllen können, um den Einsatz von KI transparent darzulegen.
- Externe Audits: Eine Auditierung durch externe Expert:innen unterstützt Unternehmen dabei, ihren KI-Systemen zu vertrauen. Durch die unabhängige Überprüfung der KI-Systeme können Verzerrungen erkannt werden, die von erfahrenen Nutzer:innen eines Systems leicht übersehen werden.
Jedes Engagement kann auf den Geschäftserfolg einzahlen
Einzelpersonen können zum Wandel beitragen, indem sie sich Wissen über verantwortungsvolle KI aneignen und sich aktiv an Diskussionen und Initiativen beteiligen. Dadurch stärken sie nicht nur ihr eigenes Verständnis, sondern tragen auch dazu bei, dass diese Prinzipien in der Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien breiter verankert werden.
Langfristig können verantwortungsvolle KI-Strategien zu einem nachhaltigen Geschäftserfolg führen, indem sie nicht nur rechtliche und ethische Anforderungen erfüllen, sondern auch eine positive Unternehmensreputation aufbauen. Unternehmen, die auf Transparenz und Fairness setzen, bauen Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden und Partnern auf. Dieses Vertrauen kann sich in einer stärkeren Kundenbindung und einer besseren Marktposition widerspiegeln. Zudem fördern ethische Praktiken Innovationen, weil sie einen offenen und verantwortungsvollen Umgang mit neuen Technologien ermöglichen.
Fazit:
KI verändert Unternehmen, die lernen sollten, die Chancen zu ergreifen und Herausforderungen wie der Blackbox-Thematik zu begegnen. Das erfordert neue Ansätze wie den „Human-in-the-Loop“, um Transparenz und Vertrauen in die Entscheidungen und Ergebnisse einer KI zu gewährleisten. Durch gezielte Maßnahmen können Unternehmen sicherstellen, dass ihre KI-Systeme transparent sind. Eine verantwortungsvolle Nutzung von KI führt nicht nur zu rechtlicher und ethischer Konformität, sondern auch zu gesteigerter Innovationskraft und kann zum langfristigen Geschäftserfolg beitragen. In einer Zukunft, die zunehmend von KI geprägt ist, wird die Fähigkeit, diese Technologien verantwortungsbewusst einzusetzen, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein.


